MIAU LIEBT WUFF1. September 2010

Dass Hund und Katz nicht erbitterte Feinde, sondern ein echtes Team werden, kann man als Halter mit ein paar Tricks unterstützen
"Hunde und Katzen sind Raubtiere, verhalten sich jedoch anders", erklärt Tierärztin Jeanette Koepsel (42). "Schnurren bedeutet bei Katzen Wohlfühlen, Knurren bei Hunden ist eine Drohgebärde. Umgekehrt ist Schwanzwedeln beim Hund ein Ausdruck von Freude, das Schlagen des Schwanzes der Katze ein Zeichen von Wut."Wie aber lernen die Tiere nun die Sprache des anderen? "Mit viel Geduld, Zwang ist kontraproduktiv", sagt die Tier-Verhaltenstherapeutin.
"Man muss die Tiere in Ruhe auf einander zukommen lassen, darf sie nicht dazu zwingen. Setzt man sich auf den Boden, streichelt sie oder spielt mit ihnen, kommen sie sich langsam näher."Eine gute Möglichkeit, Hunde und Katzen aneinander zu gewöhnen, ist die Fütterung. "Dazu sollte man beide Näpfe in ein Zimmer stellen", erklärt Koepsel. "Dann füllt man zeitgleich Futter ein, setzt sich zwischen die Schüsseln. So lernen die Vierbeiner, dass sie keine Nahrungskonkurrenten sind, sich nicht bedrohen müssen."Wichtig auch: Die Tiere brauchen Rückzugsmöglichkeiten. "Für Katzen sind Kletterbäume ideal, hier kommen Hunde nicht hinterher, wenn sie die Katze jagen", so Koepsel.
"Andererseits brauchen auch Hunde ein Körbchen oder eine Hütte, die Katzen als tabu akzeptieren sollten."Je mehr Platz die Tiere zum Ausweichen haben, desto besser funktioniert die Gewöhnung. "Enge und Zwang führen am ehesten zu Verletzungen", so Koepsel. "Wenn sich Hund und Katz die ganze Zeit belauern, kann es schon passieren, dass der eine oder andere mal zubeißt oder mit der Tatze zulangt."Am besten funktioniert die Gewöhnung, wenn die Tiere schon als Welpen Umgang mit der anderen Art haben.
"Auch ältere Hunde oder Katzen können die Körpersprache des anderen lernen", beruhigt Koepsel. "Das dauert dann nur etwas länger."
(Quelle Text: B.Z. Berlin, Quelle Foto: ap-ranch.at)
> Kommentar zu diesem Beitrag schreiben <
Du musst eingeloggt sein um einen Kommentar zu schreiben.
Jetzt registrieren! oder oben einloggen!
KOMMENTARE
Paula | 07.09.2010. | 22:11 Uhr
Hallo die Runde,
hab grad diesen interessanten Beitrag gelesen.
Wir haben uns vorweg genau informiert, wie man Katz und Hund aneinander gewöhnt, welche Tricks u. Tipps es gibt. Wir hatten einen schwarzen Angorakater mit damals 8jahren und eine kleine Westihündin mit 12Wochen.(hatten auch einen Züchter ausgesucht wo unsere Hündin schon mit Katzen zusammen lebte). Aber was soll ich euch schreiben, nichts hat funktioniert, der Kater verhielt sich nicht so wie er sollte, er zog sich sofort über die Stiege in den ersten Stock zurück, unsere Hündin mit ihren zwölf Wochen verbellte schon mal den großen schwarzen Angorakater. Alle Versuche die beiden aneinander zu gewöhnen (mit Trainerin, mit Tricks usw.) schlugen fehl. Der Hund *wollte* den Kater einfach nicht. Zu guter letzt lebte unser Kater im ersten Stock, die Hündin im Erdgeschoß. Leider duldeten sich die zwei ganz und gar nicht, was für uns alle sehr schade war. Es entwickelte sich so sagen wir halt, eine Art *Haßliebe*. Unseren Kater mußten wir vor einer Woche leider mit 12Jahren einschläfern lassen, da er schwer krank war. Jetzt sucht unsere Hündin den Kater überall, hm, auch das gibts.
Wollte euch das mal schreiben, und freue mich für alle Hunde und Katzenbesitzer bei denen es klappt und sich die beiden anfreunden bzw. wenigstens akzeptieren.
(möchte noch hinzufügen, war seit dreißig Jahren immer mit Katzen umgeben und seit vier jahren jetzt auch ein Hundebesitzer).
lbg.


