ERSTE HILFE FÜR DEN HUND4. Juni 2009
Nach Unfällen oder anderen, häufig auftretenden Verletzungen des Hundes können Erste-Hilfe-Maßnahmen durchgeführt werden, die Schmerzen lindern, Folgeschäden verringern oder gar das Leben des Hundes retten. Aus diesem Grund rät Vier Pfoten als Tierschutzorganisation den Halter/innen von Hunden, einen Erste-Hilfe-Kurs für den Hund zu besuchen.
Leider werden diese Kurse nicht bundeseinheitlich von Verbänden oder den Tierärztekammern angeboten oder in Zeitungen inseriert. Deshalb können keine Adressen oder Telefonnummern angegeben werden, an die sich Interessierte wenden können. Vier Pfoten rät deshalb, beim eigenen Tierarzt, der Tierärztekammer, einer Hundeschule, Hundeschulenverbänden oder Hundevereinen nachzufragen. Gute Hundeschulen oder Hundevereine organisieren solche Kurse für ihre Mitglieder und haben sicherlich nichts dagegen, wenn Nicht-Mitglieder gegen einen Kostenbeitrag an solchen Kursen teilnehmen.
Erforderlich ist jedoch, dass der Erste-Hilfe-Kurs von einem Tierarzt durchgeführt wird. Es ist nicht notwendig, dass bestimmte Maßnahmen während des Kurses an einem Hund direkt geübt werden. Ein Hund sollte nicht unter Stress gesetzt werden, indem 15 verschiedene Personen z.B. einen Verband an seine Pfote anlegen oder die so genannte „Maulschlinge“ üben. Solche Maßnahmen können zuhause am eigenen Hund erprobt werden. Sollten Unsicherheiten auftreten, kann der eigene Tierarzt die Maßnahme noch einmal vorführen. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass der eigene Hund mit diesen Maßnahmen bekannt wird und diese im Notfall aus Unsicherheit oder Angst nicht verweigert, zumal ein Unfall oder eine Verletzung enormen Stress beim Hund auslösen.
Der/die Hundehalter/in muss für Erste-Hilfe-Maßnahmen ausgerüstet sein. Zuhause sollte eine gut ausgestattete „Hunde-Hausapotheke“ vorhanden sein sowie eine "Hunde-Reiseapotheke", die schon bei einem Tagesausflug (ebenso wie Futter und Wasser) mitgeführt werden sollte.
Wichtig: Die/der Hundehalter/in sollte stets die Telefonnummer der Tierarztpraxis, einer nahe gelegenen Tierklinik oder der Tiernothilfe bei sich haben. Je nach Bereitschaft des Tierarztes gegebenenfalls auch dessen Privattelefonnummer, so dass eine frühzeitige Ankündigung des verletzten Tieres in der Tierarztpraxis/Tierklinik erfolgen kann. Hilfreich ist auch, die Telefonnummer eines Taxiunternehmens parat zu haben, das bereit ist, verletzte Tiere zu transportieren, da es nur in wenigen Städten Tier-Notfall-Ärzte gibt, die zum Patienten kommen. Dies gilt insbesondere, wenn man mit dem Hund verreist. Spätestens am Urlaubsort sollte man sich sofort erkundigen, wo der nächste Tierarzt oder die nächste Tierklinik auch an Abenden und Wochenenden zu erreichen ist.
Voraussetzung für das Erkennen eines Notfalls ist, dass man seinen Hund sehr genau kennt. Zumindest die normale Färbung der Mundschleimhäute, die normale Pulsfrequenz und die normale Körpertemperatur des Hundes sollten bekannt sein (siehe auch Ausführungen in "Verkehrsunfall mit einem Hund").
Im Folgenden haben wir Erste-Hilfe-Maßnahmen nach einem Verkehrsunfall und bei häufig auftretenden Verletzungen zusammengestellt. Bei einigen Verletzungen sollte jedoch sofort der Tierarzt aufgesucht werden. Vier Pfoten weisen darauf hin, dass diese Maßnahmen nicht vollständig sind und das Lesen nicht ausreicht, um dem Hund Erste Hilfe zu leisten. Es soll eher aufgezeigt werden, wie wichtig es ist, selbst einen solchen Kurs zu besuchen.
(Quelle: Vier Pfoten)
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